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dieser Seite können Sie aktuelle Glossen von mir lesen und
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"Lies, um zu leben."
Lesen und Schreiben sind Kommunikationsmittel.
Wer die Macht über die Kommunikation hatte, der hat Macht
über den Menschen.
Das war früher so, das hat sich bis zum heutigen Tage nicht
geändert. Und wer Gewalt über die Menschen ausübte, musste
immer schon ihr Lesen kontrollieren.
Seitdem es Bücher gibt, werden Bücher verbrannt, wird von
den Herrschenden beargwöhnt, was das Volk liest, von Eltern,
was ihre Kinder, von Männern, was ihre Frauen lesen.
Wer liest macht sich auffällig, in schlimmen Zeiten verdächtig.
Wer liest, erntet immer Ressentiments und zwar genau von
der lauten, lachenden Lebenssphäre.
Daneben bildete sich jedoch auch ein anderes durchaus emanzipatorisches
Moment heraus, im Lesen also nicht nur die Bekanntmachungen,
Benachrichtigungen, Befehle zu empfangen, sondern einfach
nur für sich zu lesen, ohne die Absicht der sofortigen Mitteilung
an andere, ohne den Wunsch nach lauwarmer Gemeinschaft.
Wie lässt sich dieser Raum näher fassen?
Man ist für sich, man ist allein. Dabei kommt es durchaus
nicht zu dem dunklen Alleinsein, mit dem meist Einsamkeit
und Verlassenheit verbunden wird sondern das Alleinsein
scheint eine freundliche Farbe zu haben, ein höchst kostbarer,
immer gefährdeter und häufig beargwöhnter Besitz zu sein.
Es handelt sich nämlich um ein Alleinsein, während etwas
anderes anwesend ist.
Das andere ist das Buch, dahinter der Autor mit seiner Welt.
Auszug aus meinem Vortrag über das Lesen anlässlich des
70. Jahrestages der Bücherverbrennung auf dem Opernplatz
in Berlin.